Was Sie tun können

Prävention

Prävention!

  1. richtig sichern!
  2. chippen und registieren!
  3. Vertrauen aufbauen und Bindung herstellen!

 

übrigens: Flyer zu unseren Themen findet ihr hier!

Downloads

Teil 1:

Was sind Angst- und Panikhunde, wie ticken sie, wie reagieren sie auf ihre Umwelt?

Unter diesen beiden Begriffen versteht man keinesfalls den zurückhaltenden, vorsichtigen Hund.

Diese Tiere entstammen in den meisten Fällen dem Auslandstierschutz, sie sind ehemalige Straßenhunde, kommen aus Zuchtstationen, waren  Zwingerhunde oder wurden bisher unter tierunwürdigen Bedingungen gehalten. Diese Hunde haben noch nie in ihrem bisherigen Leben Bindung an Menschen erfahren, waren Zeit ihres Lebens auf sich allein gestellt und mussten irgendwie überleben.

Sie fürchten sich regelrecht vor menschlicher Nähe.  Bei manchen Hunden resultiert diese Angst aus der Tatsache, dass sie bisher nur negative Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, geschlagen, vertrieben oder gequält wurden. Zum anderen gibt es Hunde, die ängstlich und panisch auf Menschen reagieren, weil sie die Gattung Mensch nur aus gebührender Entfernung kennen, einzig und allein als „Futterbringer“, aber nie körperlichen Kontakt hatten. Aus ihrem Urinstinkt heraus stufen sie den Menschen in die Rubrik „Mit Vorsicht zu genießen“ ein.

Sehr oft werden diese Hunde in ihren Ursprungsländern mit Fangstange, Schlinge, Netz oder Falle eingefangen. Darin begründet sich oftmals die Abneigung gegen Halsbänder und Leinen. Meistens sitzen sie bis zu ihrer Adoption in Auffangstationen mit hohem Tierbestand. Den Tierschützern Vorort ist es nicht möglich sich intensiv mit jedem Tier zu beschäftigen, rein aus zeitlichen und personellen Gründen. Die Versorgung besteht aus regelmäßiger Futtergabe und medizinischer Betreuung. Zeit für Streicheleinheiten, Gewöhnung an Halsband und Geschirr, Leinentraining  und kennen lernen von Wohnungshaltung fehlt ganz einfach.

Der Hund wird irgendwann „gerettet“, durch verbringen in ein für ihn völlig unbekanntes Land. Er hat keine Ahnung, dass er zu Menschen gebracht wird, die es gut mit ihm meinen, die ihm ein schönes Leben bereiten wollen. Für ihn entsteht eine Stress- und Angstsituation. Er wird aus seinem Rudel gerissen, in eine Box gesteckt und in ein laut brummendes Gefährt gepackt, umgeben von ihm völlig unbekannten Tieren. Im schlimmsten Fall sitzt sein bisher größter Widersacher im Käfig nebenan. Es ist ein langer, anstrengender Transport. Für ihn ist es Furcht einflößend in einem Käfig zu sitzen, er fühlt sich ausgeliefert bis hin zu bedroht.

Bei seiner Ankunft ist alles fremd und unheimlich. Unbekannte Geräusche und Gerüche strömen auf ihn ein. Das Objekt Mensch „Achtung! Vorsicht geboten“ redet auf ihn ein, greift nach ihm, versucht zu streicheln, auf den Arm zu nehmen.

Der Hund kennt nur 1 Gedanken – FLUCHT-

Er wird äußert kreativ und einfallsreich sein und alle Möglichkeiten zur Flucht nutzen.

Aus einem einfachen Halsband oder mangelhaft sitzendem Geschirr wird er sich in Sekundenschnelle befreien. Eine offene Auto-, Terrassen- oder Wohnungstür, ein offenes Fenster wird er zur Flucht nutzen. Unangeleint in Garten oder Auslauf ist eine Gelegenheit, die er nutzen wird, zu entkommen. Eine Lücke im Gartenzaun ist schnell gefunden, ein Loch unter den Zaun ist schell gegraben oder ein beherzter Sprung über den Zaun.
Selbst angeleint kann er sich erschrecken, weil irgendwo eine Tür knallt, weil Menschen dicht gedrängt an ihm vorüber gehen, Kinder schreien ,  Fremde ihn anfassen wollen usw. Ein Hund auf den Arm genommen, ohne Sicherung – ein kurzer Ruck – FLUCHT-
Angst- und Panikhunde können bei Bedrängnis unterschiedlich reagieren. Die einen ducken sich ängstlich ab, machen unter sich, andere schnappen nach den Händen oder beißen die Leine durch.

Deshalb gilt Hunde nur aus dem Transporter nehmen, wenn zuvor Halsband und Sicherheitsgeschirr angelegt wurden. Hund sofort in das Auto bringen, keine Pipirunden auf Parkplätzen  oder am Rand der Autobahn. Bei Hunden, die mit dem Flugzeug ankommen bitte die Behindertentoilette aufsuchen und den Hund dort aus der Box holen und doppelt sichern.

Es sollte in der Anfangszeit immer 2 Leinen zur Sicherung verwendet werden. 1 Leine wird in das Halsband eingehängt. Die 2. Leine wird in das Geschirr eingehängt.
(= Doppelsicherung)

Die Schlaufe der 1. Leine immer fest um das Handgelenk legen und die Schlaufe der 2. Leine  in einem Gurt ziehen, der um den Bauch getragen wird oder durch eine Leine gezogen wird, die quer über die Schulter gelegt wird.

Ich appelliere an alle Vereine und Organisationen, bitte übergebt die Hunde gesichert mit Halsband und Sicherheitsgeschirr. Bitte beschreibt die Hunde so wie sie sind, macht auf bestehende Ängste und Panikreaktionen aufmerksam.

Diese Hunde brauchen einfach Zeit, Zeit Vertrauen zu Menschen aufzubauen, Zeit die neuen Lebensumstände kennen zulernen, Zeit das Leben in einer Familie, nahe bei Menschen kennen zulernen, Zeit die neuen Eindrücke zu verarbeiten, sei es das Geräusch eines Staubsaugers, einer Kaffeemaschine, eines Radios, eines Fernsehers, eines Geschirrspülers oder knattern eines Kinderspielzeugautos und was sonst noch so in Haus und Garten zu finden ist.

Einen Angst- und Panikhund aufzunehmen bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung zu tragen, sich auf eine schwere Anfangszeit einzustellen, bisherige Gewohnheiten zu überdenken. Bei manchen Hunden dauert es nur Wochen, es  kann auch Monate und Jahre dauern bis aus einer Angstnase ein unbeschwerter Hund wird. Manche Hunde verlieren ihre Angst niemals komplett.

Ein Angst- und Panikhund kommt keinesfalls im neuen Zuhause an und springt fröhlich  herum und bellt „HURRA,  HURRA alles ist gut und schön, ich bin gerettet“.

©Cornelia Fröbisch-Mohr

Jai – noch in der Perrera

So sieht ein Sicherheitsgeschirr aus!

Fotos: ©Cornelia Fröbisch-Mohr

 

Teil 2:

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Antoine de Saint-Exupery (Werk: Der kleine Prinz)

Chippen und Registrieren von Haustieren – weil ihr Verantwortung tragt!

In einigen Bundesländern ist die elektronische Kennzeichnung von Haustieren mittels eines Mikrochip-Transponders gemäß ISO-Standard
bereits Pflicht (z.B. in Niedersachsen)

In anderen Bundesländern, wie zum Beispiel in Brandenburg müssen nur Hunde mit einer Widerristhöhe von mindestens 40 Zentimetern oder einem Gewicht von mindestens 20 Kilogramm so gekennzeichnet (gechippt) werden. Gleichzeitig ist der Hund bei der örtlichen Ordnungsbehörde (Ordnungsämter der Städte und Gemeinden) anzuzeigen.
http://www.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=35848

Der Chip wird für das Tier schmerzfrei durch den Tierarzt mittels einer Spritze unter die Haut im Schulterbereich implantiert. Ein Mindestalter des Tieres gibt es dafür nicht.
Die Implantierung ist einfach und schnell, es ist keine Betäubung erforderlich. Der Chip ist fälschungs- und manipulationssicher. Der Chip bleibt während des ganzen Lebens des Tieres funktionsfähig, ist beliebig oft ablesbar und „wandert“ in der Regel nicht durch den Körper des Tieres (Quelle wikipedia)

Der Chip enthält nicht die Adresse oder Telefonnummer des Tieres, sondern eine 15-stellige Identifikationsnummer. Jede Kenn-Nummer ist weltweit einmalig, so dass ein gechipptes Tier eindeutig identifizierbar ist. Das Auslesen erfolgt mittels eines Chiplesegerätes, wie z.B. dem der Firma HALO auf dem Foto. Das Lesegerät zeigt bei Abscannen des Tieres die 15-stellige Identifizierungsnummer an.

Lesegeräte sind im Tierhilfe Team Cottbus/SPN vorhanden, außerdem haben Tierärzte und Tierheime eins. Wenn die Nummer abgelesen wurde, kann man bei dem Haustierregister bei dem das Tier registriert ist anrufen und die Nummer durchgeben. Das Register informiert dann schnellstmöglichst den Halter.

Und nun bitte aufmerksam lesen:

Das Tier kann anhand der Nummer nur dann identifiziert werden, wenn der Chip auch registriert ist.

Merke: Nur Chippen bringt nichts, das ist unnütz ausgegebenes Geld!

Das Registrieren erfolgt auch nicht schon mit der Meldung an die örtliche Ordnungsbehörde. Eine Registrierung bei einem Register erfüllt auf der anderen Seite auch nicht die Mitteilungspflicht des Hundehalters nach der Hundehalterverordnung. Also bitte melden UND registrieren!

Auch der Tierarzt, der den Chip implantiert, registriert ihn nicht automatisch. Hier sollte man unbedingt nachfragen!

Auf der sicheren Seite ist man als Tierhalter, wenn man den Chip selbst registrieren lässt.

Hierfür gibt es unterschiedliche Haustierregister:

https://www.tasso.net/Tierregister/Tier-registrieren

https://www.registrier-dein-tier.de/tier-registrieren.html

https://www.registrier-mich.de/account.php

Die Register geben bei Registrierung eine Plakette mit einer zusätzlichen Identifizierungsnummer fürs Halsband heraus, mit deren Hilfe Das Tier über einen Anruf beim Register auch ohne das Auslesen des Chips sicher zugeordnet werden kann.

Zu guter Letzt bitte auch daran denken, bei Umzug oder Änderung der Handynummer unverzüglich das Register informieren!

Kurz zusammengefasst die häufigsten Irrtümer:

– der Tierarzt hat mein Tier gechippt, es ist daher auch registriert! NEIN, die Registrierung muss zusätzlich erfolgen!

– der Tierarzt hat mein Tier gechippt, auf dem Chip ist meine Telefonnummer ablesbar! NEIN, auf dem Chip befindet sich eine 15-stellige Identifikationsnummer unter der bei dem Register, bei dem das Tier angemeldet ist, die Daten des Halters zu finden sind.

– ich habe mein Tier gechippt und beim Ordnungsamt angemeldet. Das reicht! NEIN, bei den örtlichen Ordnungsbehörden ist die Chipnummer oft nicht hinterlegt.

– mein Tier ist noch zu jung! NEIN, es gibt kein Mindestalter – je früher desto besser!

– mein Tier läuft nicht weg! nu ja..dazu sag ich nichts

Los geht´s!

Nehmt eure Verantwortung wahr – lasst euer Tier chippen UND registrieren!

Das Team von der Tierhilfe Cottbus/SPN

 by Susanne Riedel
Teil 3:

 

Vertrauen aufbauen und Bindung herstellen  damit aus dem Neuankömmling ein entspannter Hund wird !

 

– folgt –
%d Bloggern gefällt das: