Einsatzbericht Nr.: 02/2019 aus unserem Team Saarland

Einsatzbericht Nr.: 01/2019 aus unserem Team Saarland
6. Januar 2019
Achtung! Verletzte Hunde unterwegs!
18. Januar 2019

Einsatzbericht Nr.: 02/2019 aus unserem Team Saarland

 

 

Haniball wurde uns im Januar 2016 gebracht nachdem seine Besitzerin verstorben war und wir in diesem Zusammenhang bereits informiert waren durch die Polizei. Ich musste dort drei Hunde und zwei Katzen abholen und ins Tierheim Dillingen verbringen. Der Freigänger Haniball war leider nicht auffindbar und wurde uns so drei Wochen später gebracht.
Nachdem wir ihn entfilzt und tierärztlich versorgt hatten, haben wir uns entschlossen ihn zu behalten, da er sich bei uns sichtlich wohlfühlte.
Man konnte bei seinem Freigang die Uhr nach ihm stellen und so kam er immer zur gleichen zeit nach Hause wie mein Mann.
In der Nachbarschaft war er bekannt und hat so seine Kreise gezogen und immer mal den ein oder anderen Tag dort verbracht.
Dann kam der Sommer 2018 und er kam im Juni nicht wie gewohnt nach Hause. Zunächst hatten wir uns dabei nichts gedacht, da es in Hitzeperioden schon mal vorkommen kann das Freigänger sich an kühlen Orten aufhalten und erst nach einiger Zeit wieder nach Hause kommen.
Nachdem zwei drei Wochen ins Land gingen und Haniball immer noch nicht aufgetaucht ist, haben wir begonnen uns Sorgen zu machen.
Nachfragen bei der Nachbarschaft ergaben, das auch sie ihn schon eine ganze Weile nicht gesehen hatten.
Haniball ist geschippt und auch bei Tasso registriert. Jedoch hatten wir es einfach versäumt ihn nach Inobhutnahme auch auf uns umzuregistrieren. Ein Anruf bei Tasso war sehr ernüchternd, denn sie konnten ohne die Chipnummer leider nicht weiterhelfen. Die Suche nach der Chipnummer ging los, denn an ihm konnte ich den Chip ja leider nicht auslesen da er ja nicht da war. Zum Glück notieren wir bei jedem Tier das wir auslesen immer die Nummer und vermerken diese mit Namen, also auch bei den Fundtieren. Wir haben ihn dann noch im Nachhinein auf uns registrieren lassen können und somit auch einen Suchflyer von Tasso erhalten
Im August hatten wir zunächst einen Aufruf gestartet bei FB in diversen Gruppen und auf unserer Privatseite.
Dieser wurde schnell mehrfach geteilt, sodass wir die Hoffnung hatten das er jetzt vielleicht schnell gefunden wird und wir ihn wieder nach Hause holen können. Zwischendurch gingen immer mal wieder Mitteilungen ein, das genau so ein Tier bei uns in der Nähe gesehen wurde. Ich natürlich sofort dort hin aber leider immer ohne Erfolg.
Es gingen fünf Monate ins Land ohne zu wissen was mit ihm ist, ob es ihm gut geht oder ob er irgendwo verletzt liegt und nicht heim laufen kann oder sogar schon gestorben ist
Kein Tag verging ohne das wir uns fragten wo er denn wäre.
Dann am 12.01.2019 der Anruf von Tasso, Haniball sei gefunden und das schon Anfang Juli 2018 und es ginge ihm sehr gut. Ich konnte es gar nicht glauben und bekam die Nummer der Finderin.
Ich habe natürlich sofort dort angerufen und nach der Adresse gefragt um meinen Kater wieder in die Arme schließen zu können. Der Fundort war von unserem Haus noch keine 500m Luftlinie entfernt und wir laufen dort fast täglich mit unserer Pflegehündin Genni vorbei, die übrigens auch aus dem Tierschutz den Weg zu uns fand.
Als ich dort angekommen bin mit Transportbox in der Hand voller Vorfreude das ich meinen Kater wieder in die Arme schließen kann, wurde mir geöffnet und ich wurde von einer älteren Dame und ihrer Tochter hereingebeten.
Haniball wurde direkt geholt und ich konnte ihn auf den Arm nehmen. Ihr könnt euch vorstellen wie froh ich in diesem Moment war.
Beide Frauen hätten mir ohne weiteres meinen Kater wieder mitgegeben auch wenn sie darüber sehr traurig wären.
Im ersten Moment war mir das auch völlig egal, allerdings nach einem fast 1 Stündigen Gespräch, bei dem ich erfahren habe wie und in welchem Zustand sie Haniball gefunden haben und das es gute 3 Wochen gedauert hat bis sie ihn anfassen und zum Tierarzt bringen konnten um nach einem Chip schauen zu lassen, dabei dann erfahren haben das die Besitzerin verstorben wäre, die Registrierung von uns muss sich mit der Abfrage überschnitten haben, habe ich mich dazu entschieden im Sinne von Haniball und ihrer neuen Besitzerin zu handeln.
Die ältere Dame hat im August 2018 ihren Mann verloren und sollte jetzt nicht auch noch Haniball verlieren, den sie sehr ins Herz geschlossen hat und der sich bei ihr auch sichtlich wohlfühlt.
Ich habe mich schweren Herzens dazu entschieden Haniball, der jetzt Simba heißt dort zu lassen. Ich kann ihn jederzeit besuchen und es geht ihm wirklich gut. Es schmerzt sehr nach so langer Zeit der Hoffnung und des Bangens um seinen Zustand ihn nun doch nicht mit nach Hause zu nehmen, jedoch ist es für Simba und auch die Dame die beste Entscheidung. Sie wohnt nicht weit weg und wie gesagt ich darf ihn jederzeit besuchen. Ich bin der Meinung dass ich immer mit gutem Beispiel vorangehen muss um die Denkweise der Menschen zu ändern und um etwas zu erreichen im Sinne der Tiere. Haniball alias Simba mitzunehmen wäre für mich leicht und perfekt gewesen, aber wäre es das auch für ihn so? Die Dame hat es auch so schon schwer genug gehabt mit dem Verlust ihres Mannes, was wäre ich für ein Mensch wenn ich ihr jetzt auch noch Simba genommen hätte? Sie hat sich fast ein halbes Jahr um ihn gekümmert und hat nach dem Tod ihres Mannes genug zu verarbeiten. Und wenn Simba für sie nun eine Stütze ist dann soll es so sein.
Auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist, denke ich dass dies die beste Entscheidung für Simba war bzw. ist. Ich kann ihn jederzeit besuchen und es geht ihm dort wirklich mehr als gut.
Ich möchte mich nochmal bei allen Bedanken die meinen Suchbeitrag so reichlich geteilt haben und uns die Daumen gedrückt haben das er lebend gefunden wird.

Eure Sabine Brill

 

Danke Sabine, du hast hier sehr selbstlos gehandelt und an Tier und Mensch gedacht …das hätte nicht jeder getan!

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